Vereinsgeschichte :

Die Bode zwischen Wendefurth und Thale ist seit fast 100 Jahren eines der beliebtesten Forellengewässer im norddeutschen Raum.

In den 20er- und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts kamen die ersten Fliegenfischer ins Bodetal. Dies waren hauptsächlich renomierte Gäste der örtlichen Hotels. Sie kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus England und den skandinavischen Staaten.

Um seinen Gästen ein gepflegtes Angelrevier zu gewährleisten pachtete z.B. der Besitzer des Hotels Forelle in Treseburg, Herrmann Rost; den Bodeabschnitt zwischen Treseburg und Thale. Er war selbst auch ein leidenschaftlicher Fliegenfischer und errichtete im Bereich des Großen Lauten Stromes eine eigene Forellenaufzucht. An der Einmündung der Luppbode wurden Fischkästen zur Halterung gefangener Forellen und auch von Zukäufen (hauptsächlich aus der Rhön) errichtet, um für die Hotelgäste immer frische Forellen vorrätig zu haben.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde die Bode staatlich verwaltet und das Fischereirecht wurde, wie alle Gewässer, dem Deutschen Anglerverband (DAV) übertragen. Die Vereine im DAV nannten sich Orts- oder Betriebsgruppen. Die Bode wurde auch als Salmonidengewässer eingestuft und Mitglieder des DAV, die dort angeln wollten, benötigten eine Salmonidenqualifikation (Prüfung).

Interessierte Angler aus Altenbrak und Treseburg, die in der Bode angeln wollten, schlossen sich der Ortsgruppe Blankenburg an.

Da die Zahl der einheimischen Forellenfischer ständig wuchs und diese auch mehr Eigenständigkeit wünschten, wurde 1968 die Ortsgruppe Treseburg gegründet. Dies war die Geburtsstunde unseres Vereins. Der erste Vorsitzende war Gerhard Unger.

Von den damaligen Gründungsmitgliedern sind heute noch Gerhard Knopf, Bernd Rost in unserem Verein vertreten.

Die Euphorie über den neuen Verein führte dazu, daß in den Verein damals nicht nur Angler, sondern auch viele Sympathisanten eintraten. So hatte z.B. der erste Kassierer und Schriftführer, Horst Gandert, nie eine Angelrute in der Hand gehabt.

Das Interesse dieser Mitglieder ließ logischerweise im Laufe der Jahre mehr und mehr nach. Von anfangs fast 30 Mitgliedern sank die Stärke des Vereins in der 2. Hälfte der 70Er-jahre bis auf 8 Mitglieder, so daß der Verein mehrfach kurz vor der Auflösung stand.

1979 gab es einen Neuanfang. Der Vorstand wurde fast vollständig erneuert. Gerhard Unger übergab die Funktion des Vorsitzenden an Bernd Rost. In den 80-er Jahren hatten wir eine stabile Mitgliederzahl von ca. 40 Anglern.

Die nächste wichtige Etappe begann 1990. Nach der Wiedervereinigung galt auch für uns das deutsche Vereinsrecht und der Verein wurde unter dem Namen „Sportfischerverein Bodetal e.V.“ im Vereinsregister eingetragen.

Als Interessengemeinschaft der örtlichen Angelvereine wurde 1990 die Vereinigung Nordharzer Anglervereine e.V. gegründet, in der wir gemeinsam mit z.Zt. 10 weiteren Anglervereinen unsere Interessen gegenüber dem Landesanglerverein (LAV) Sachsen Anhalt des DAV vertreten.

In den folgenden Jahren entdeckten auch immer mehr Fliegenfischer die Ursprünglichkeit und Schönheit unserer Bode.

Einige von diesen Gästen kamen so oft ins Bodetal, daß sie den Antrag stellten, Mitglied in unserem Verein zu werden.

Der Schwerpunkt unseres Vereins lag und liegt hauptsächlich im Fliegenfischen an der Bode. Wir betreuen den Bodeabschnitt zwischen Wendefurth (Staumauer) und Thale (Waldkater). In Abstimmung mit dem Naturschutz (das Bodetal zwischen Treseburg und Thale ist Naturschutzgebiet) haben wir die Strecke zwischen Kästenbach und Waldkater als Dauerschonstrecke ausgewiesen. Gab es bis 1990 noch die Möglichkeit in bestimmten Bodeabschnitten mit dem Blinker den Forellen nachzustellen, haben wir seitdem die Forellenfischerei nur noch mit der künstlichen Fliege erlaubt.

Der sensible Umgang mit den besonderen Erfordernissen des Landschafts- und Naturschutzes führte dazu, daß die Fragen des Umwelt- und Gewässerschutzes einen immer größeren Rahmen in unserer Vereinspolitik einnahmen und die Hege und Pflege der Bode unter fischereiwissenschaftlichen Gesichtspunkten immer bedeutender wurde.

Um dieser Weiterentwicklung besser gerecht zu werden wurde 2005 unsere Satzung neu überarbeitet und unser Verein wurde umbenannt in

„Fliegenfischer - und Gewässerschutzverein Bodetal e.V.“.

Der Verein verfügt heute über 115 engagierte Mitglieder, die nicht nur ihrer Leidenschaft, dem Fliegenfischen, in unserem schönen Bodetal nachgehen können, sondern dafür sorgen, daß diese Naturschönheit nicht nur erhalten, sondern gepflegt und schonend behandelt wird.


 

Bernd Rost


 

ergänzt und aktualisiert von W. Lampe 


 

Thale den 16.01.2009                    

 

 

 

 

 

Kontakt:
Fliegenfischer und Gewässserschutzverein Bodetal e.V.

Bertolt Brechtstraße 51

06502 Thale


 

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